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Additive Farbmischung
Das dürfen sich auch Ihre Kinder ansehen
  Stellen Sie sich drei überlappende Rechtecke mit den drei Grundfarben - ROT, GRÜN und BLAU - eines Bildschirmes vor. Dort, wo sich alle drei Rechtecke überlappen, entsteht auf dem Bildschirm eine weiße Fläche - wie beim vollen Sonnenlicht, in welchem auch alle Farben (Regenbogen) enthalten sind. Wo sich nur zwei überlappen, ergeben sich die Mischfarben gelb, magenta und cyan. Dieses Grundfarbsystem wird auch RGB genannt. Beachten Sie bitte, daß sich das "Gelb" mit dem Farbcode #F8FF80 des hier verwendeten Bildschirmhintergrundes von dem "gelb" in den Farbrechtecken unterscheidet ! 

  Lassen Sie sich durch diese Regeln der "Additiven" Farbmischung nicht verunsichern. Die Farbmischungen, die Sie aus der Erfahrung mit Ihrem Wasserfarb-Malkasten kennen, beruhen nämlich auf den Regeln der "Subtraktiven" Farbmischung - die funktioniert anders und das Farbsystem wird CMY genannt (dabei steht das Y für Yellow). So erinnern Sie sich vielleicht daran, daß sich bei Wasserfarben grün ergibt, wenn man blau mit gelb mischt. In der noch feiner ausgewogenen Farbdrucktechnik verwendet man Cyan, Magenta und Gelb als Grundfarben. Wo alle übereinander gedruckt sind, ergibt sich Schwarz. Da das Schwarz auf Grund variierender Saugfähigkeiten des Papiers nicht sonderlich stabil ist, verwendet man in der hochqualitativen Drucktechnik zusätzlich schwarz. Das Farbsystem wird dann CMYK genannt, wobei das K für "schwarz" steht. An den Stellen, wo alle vier Farben fehlen, bleibt das Papier weiß - genau das Gegenteil von dem mittleren Feld bei der hier im folgenden weiter beschriebenen additiven Farbmischung:


 #FF0000 

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   ROT

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 #FFFF00 

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 #00FF00 

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   gelb

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  GRÜN

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 #FF00FF

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 #FFFFFF 

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.magenta

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   weiß

   cyan

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 #00FFFF 

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 #0000FF

 . BLAU

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  Beschreibt man die Intensität der einzelnen Grundfarben mit den Zahlenwerten 0 bis 255 - oder hexadezimal #00 bis #FF und schreibt diese Werte in der Reihenfolge Rot, Grün und Blau (RoGnBl oder einfach RGB) direkt hintereinander, so ergeben sich für die Vollfarben die Codes #FF0000, #00FF00 und #0000FF. Die drei Mischfarben haben #FFFF00 für gelb, #FF00FF für magenta und #00FFFF für cyan - es fehlt also im Code immer die Komplementärfarbe. Zusammen mit #000000 für schwarz hat man so ein System von 8 Farben.

  Die allerersten Computer mit Farbbildschirm, wie z.B. der C64 von Commodore, konnten nur 16 Farben darstellen und benutzten benutzten für die drei "Farbkanonen" pro Bildpunkt nur die Zustände AUS, HALB und VOLL (in der damals noch nicht üblichen hexadezimaler Darstellung 00, 7F und FF). Damit konnten sie immerhin (einschließlich schwarz) insgesamt 16 verschiedene Farben darstellen.

  Benutzt man alle 256 möglichen Intensitätsabstufungen für die drei Grundfarben, so erhält man 256 x 256 x 256 = 16.777.216 mögliche Farben. Es sind aber bei älteren Computern und Monitoren auch Farbskalen mit weniger Farben - nämlich 256, 32768 und 65536 Farben üblich. Wie Ihre Lieblingsfarbe dort aussieht, sehen Sie sich am besten an, indem Sie ihren Bildschirmtreiber auf eine solche Farbskala einstellen. Die zur Zeit allerfeinste Farbauflösung erreichen Sie mit "True Color" - allerdings ist diese nicht in HTML darstellbar.

  Bei der rasanten Weiterentwicklung der Farbtechnik der Bildschirmsysteme zeigte sich, daß die Farben der für höherentwicklte Farbsysteme geschriebenen Programme bald mit älteren 256-Farb-Bildschirmen nicht mehr zufriedenstellend dargestellt werden konnten. Daher wurde um die 1990-er Jahre herum ein spezielles Farbsystem dafür entwickelt, welches mit nur mit den 6 Farbintensitäts-Stufen #00, #33, #66, #99, #CC und #FF auskam und daher "Webfarben" genannt wurde. Damit ließen sich wenigstens 6x6x6=216 verschiedene Farben codieren.

  Eine weitere Besonderheit muß im Hinblick auf das Einsatzziel des aus RGB zusammengesetzten Lichtes beachtet werden. Ein mit entsprechenden Intensitäten der drei Grundfarben erzeugtes weißes Licht ist nur in der Lage, für die Farbwahrnehmung des menschlichen Auges "weißes Licht" zu erzeugen. Dieses Licht ist aber in physikalischer und damit auch in medizinischer Hinsicht vom Sonnenlicht weit entfernt; denn das Sonnenlicht hat ein weitestgehend kontinuierliches Spektrum, was man mittels Zerlegung durch ein Prisma nachweisen kann. Das aus dem Licht dreier künstlicher Farblichtquellen (wie z.B. aus drei Leuchtdioden) zusammengesetzte besitzt immer noch ein Linienspektrum - nämlich haargenau die Spektrallinien der drei Farblichtquellen. Dasselbe gilt auch für oranges, gelbes, violettes und jede andere Farbvariante von Licht, welches aus drei LEDs des RGB-Grundfarbsystems zusammengesetzt ist. 

  Wenn man eine tinten- oder tonersparende Ausdruckmöglichkeit von Bildschirmseiten auf Druckern wünscht, kommen als Hintergrundfarbe nur die helleren Mischfarben in Betracht. Als Schriftfarbe ist schwarz vorzuziehen, da sich sonst durch die Farbrasterung unscharfe Schriftbilder ergeben. Zur Not ist auch eine der gegenüber dem gewählten Hintergrund genügend kontrastreichen Vollfarben möglich - dann gibt es aber auf einem Schwarz-Weiß-Drucker wieder Rasterprobleme. Hier einige Farbvorschläge in frisch (gelb-grünlich), warm (rosa-rötlich), braun und kalt (bläulich) für den Bildschirmhintergrund.

© Dr.-Ing. Hans-Dieter Nowak - Impressum
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edvfarb.htm, Stand 06.02.2018