Stand der wissenschaftlichen Diskussion um Belastungen durch Elektrosmog - insbesondere durch Anlagen für Mobilfunk

Belastungen durch Elektrosmog

Das dürfen sich auch Ihre Kinder ansehen

 
Diese Ausarbeitung hatte ich ursprünglich für den BDHN gemacht, auf dessen Homepage diese Seite auch für einen Teil des Monats November 2006 (10.11. bis vermiutlich etwa 24.11.) gestanden hat, um meine Heilpraktiker-Kollegen sachlich neutral zu informieren. Anfang Dezember stellte sich heraus, daß die Seite durch einen Fehler nicht mehr erreichbar war. Das wurde anschließend korrigiert, sodaß Sie sie jetzt an zwei Stellen finden können. Eventuelle Erweiterungen kann ich allerdings hier einfacher durchführen. 
Ab und zu halte ich auch Vorträge über Themen aus dem Bereich Elektrosmog.
So zum Beispiel am 01.10.2012 in der Sonnenapotheke in Peißenberg.
  In einem von H.-Peter Neitzke und Julia Osterhoff am ECOLOG-Institut in Hannover zusammengestellten Bericht zum Stand der Forschung über Elektrosensibilität (19 Seiten und 44 Quellenangaben vom August 2005) 
www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Elektrosensibilit_t_2005.pdf
wird in den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten von 1% bis 3,2% elektrosensibler Menschen in der Durchschnittsbevölkerung ausgegangen. Statt eines einheitlichen Symptombildes wurden Beschwerden wie
-  Schlafstörungen
-  Kopfschmerzen
-  Nervosität / innere Unruhe
-  Müdigkeit
-  Hautprobleme
-  Augenprobleme
-  Gefühl der Schwere im Kopf
-  Konzentrationsprobleme
-  Tinnitus
-  Schwindel / Übelkeit
-  Gliederschmerzen
-  Herzprobleme
-  Gelenkprobleme
und viele weitere festgestellt. Die beobachteten Symptome finden sich auch im sogenannten Mikrowellensyndrom wieder. Hinsichtlich der Zuordnung von Symptomen zu Störquellen konnten zwar keine eindeutigen Ergebnisse erzielt werden, jedoch fiel die Häufigkeit der Nennung des Einflusses von Mobilfunkbasisstationen auf. 

  Bei einem ebenfalls am ECOLOG-Institut durchgeführten Vergleich der in den verschiedenen Ländern gültigen Grenzwerte (9 Seiten vom Januar 2000)
www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Internationale_Grenzwerte.pdf
wurde hervorgehoben, daß diese in vielen Ländern auf den Empfehlungen der ICNIRP - einem in Oberschleißheim bei München eingetragenen Verein - beruhen, die hauptsächlich auf die Vermeidung akuter Schädigungen durch starke elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder ausgerichtet sind. Scherzhaft werden diese relativ hohen Grenzwerte auch als "Brat- und Backnorm" bezeichnet, da die ersten genaueren Untersuchungen von Feldwirkungen auf Materie aus den Erkenntnissen bei der Entwickung von Mikrowellenherden stammen. 

  Aus epidemiologischen und experimentellen Untersuchungen gibt es aber inzwischen sehr ernstzunehmende Hinweise auf erhöhte Risiken für

-  Krebserkrankungen
-  neurodegenerative Erkrankungen
-  Herz-Kreislauferkrankungen
-  Störungen der Reproduktion
-  Schwächung des Immunsystems
-  Beeinflussung des Hormon- und Nervensystems
durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Diese wurden bereits bei weit unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen Grenzwerte nachgewiesen. Darauf haben mehrere Länder schon durch entsprechende Maßnahmen reagiert. So beträgt z.B. in Deutschland der Grenzwert für die magnetische Flußdichte von 50 Hz-Feldern (Netzfrequenz) 100 Mikrotesla. In der Schweiz liegt dieser Wert bei 1 Mikrotesla. Baubiologen empfehlen ein Maximum von 70 bis 100 Nanotesla (= 0,07 bis 0,1 Mikrotesla) für die nächtliche Ruhe- und Regenerationszone des Menschen. 
  Im April 2000 veröffentlichte das ECOLOG-Institut eine Studie "Mobilfunk und Gesundheit", die von der T-Mobil DeTeMobit Deutsche Telekom MobilNet GmbH in Auftrag gegeben worden war. Sie enthält eine Bewertung des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes unter dem Gesichtspunkt des vorsorgenden Gesundheitsschutzes
www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/MOBILFUNK_2000_T-Mobil_incl_E.pdf
auf 33 Textseiten sowie Einzeluntersuchungen unter Zuhilfenahme von 232 internationalen Quellenangaben seit Ende der 70-er Jahre und läßt in reichhaltigen Anhängen über die in Betracht gezogenen wissenschaftlichen Ergebnisse (auf 139 Seiten) einen Einblick in die gründliche Arbeitsweise zu. 
  Im Jahre 2002 taten sich niedergelassene Ärzte und Arztinnen aller Fachrichtungen im sogenannten Freiburger Appell http://www.elektrosmognews.de/news/freiburgerappell2.htm
zusammen, um sich am 09.10.2002 mit ihren Sorgen erweckenden Beobachtungen an die Öffentlichkeit zu wenden. Der Aufruf dazu wurde von der IGUMED organisiert. Die zugrundeliegenden Beobachtungen umfaßten dramatische Anstiege schwerer und chronischer Erkrankungen, insbesondere
-  Lern-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen bei Kindern (z.B. Hyperaktivität)
-  Blutdruckentgleisungen, die medikamentös immer schwerer zu beeinflussen sind
Herzrhythmusstörungen
-  Herzinfarkte und Schlaganfälle immer jüngerer Menschen
-  hirndegenerative Erkrankungen (z.B. Morbus Alzheimer) und Elipepsie
-  Krebserkrankungen wie Leukämie und Hirntumore
sowie ein immer zahlreicheres Auftreten von unterschiedlichen, oft bei Patienten als psychosomatisch fehlgedeuteten Störungen wie
-  Kopfschmerzen und Migräne
-  chronische Erschöpfung (CFS)
-  innere Unruhe
-  Schlaflosigkeit und Tagesmüdigkeit
-  Ohrgeräusche (Tinnitus)
-  Infektanfälligkeit
-  Nerven- und Weichteilschmerzen, die mit üblichen Ursachen nicht erklärlich sind
um nur die auffälligsten Symptome zu nennen.

  Diese Beobachtungen standen nach gezielter Hinterfragung häufig in einem deutlichen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit Funkbelastungen wie der Installation von Mobilfunkanlagen, intensiver Handynutzung und Anschaffungen von DECT-Schnurlostelefonen. 

  Als Forderung wurde unter anderem eine massive Reduzierung der Grenzwerte für Belastungen mit Feldern der diversen Technologien erhoben. Passiert ist allerdings seitem nicht viel. 

  Stattdessen trat das ECOLOG-Institut im April 2004 mit einer umfassenden Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse (aus über 50 Quellen) zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und biologischen Effekten hochfrequenter elektromagnetischer Felder mit dem Titel "Biologische Wirkungen schwacher HF-Felder und Empfehlung zur Begrenzung der Exposition durch Funksendeanlagen"
www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Biologische_Wirkungen_schwacher_HF-Felder.pdf
an die Öffentlichkeit. Dabei war die Aufmerksamkeit auf

-  Gesundheitliche Schäden
..... Krebserkrankungen
..... Beeinflussung des Immunsystems
..... Beeinflussung der Fortpflanzung
..... Gentoxische Effekte
-  Beeinträchtigungen des Wohlbefindens
..... Befindlichkeitsstörungen
..... Elektrosensibilität
-  Effekte mit potentieller gesundheitlicher Relevanz
..... Beeinflussung des Nervensystems
..... Beeinflussung des Hormonsystems
..... Beeinflussung des Calcium-Ionen-Haushalts
..... Aktivierung von Hitzeschock-Proteinen
..... Beeinflussung der Zell-Proliferation
gerichtet. Als Vorsorgeempfehlungen wurden drastische Herabsetzungen der momentan gültigen Grenzwerte um Faktoren 100 und 1000 diskutiert.

  Im August 2004 trat eine Gruppe Bamberger Ärtztinnen und Ärzte im sogenannten Bamberger Appell www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_04/Bamberger_Appell/bamberger_appell.html
an die Öffentlichkeit und warnte eindringlich vor dem weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes. Sie forderten dabei unter anderem eine massive Reduzierung der Grenzwerte, Sendeleistungen und Funkbelastungen.

  Die Bedenken der Ärzteschaft stützte sich außer auf eigene Beobachtungen auf einige Studien, deren Ergebnisse in der Zwischenzeit veröffentlicht worden waren.

  Die REFLEX-Studie war ein von der EU im fünften Rahmenprogramm mit 2 Mio Euro gefördertes Forschungsvorhaben, welches im Februar 2000 gestartet und am 31.05.2004 abgeschlossen wurde. 

  Der 259 Seiten starke Bericht (auf englisch) wurde am 23.09.2004 veröffentlicht und stand bei VERUM (www.verum-foundation.de) sowie bei der ITIS-Foundation unter  www.itis.ethz.ch/downloads/REFLEX_Final%20Report_171104.pdf  als PDF-Datei zum Download bereit. 
Heute (21.09.2012) steht bei Verum nur noch eine Kurzfassung (Project summary). Den Volltext kann man aber laut deren Angaben noch unter verum@verum-foundation.de anfordern. Bei ITIS ist davon nichts mehr zu finden. Beim Lesen der Ergebnisübersichten muß man aber beachten, daß fast alle Hersteller der Mobilfunk-Industrie zu den Sponsoren der ITIS zählen; man muß daher in die Details der Ergebnisse gehen, um zu einer eigenen Beurteilung zu kommen. 

  Außerdem befinden sich beim Umwentinstitut München e.V. und in dem Buch von Dr.med. Hans-Christoph Scheiner und Ana Scheiner: "Mobilfunk, die verkaufte Gesundheit" (ISBN 3-89539-170-0) weitere Hinweise zur Problematik der Belastungen durch Elektrosmog. 

  Bei der Naila-Studie, deren Ergebnisse bisher nirgends voll veröffentlicht wurden, beobachteten Ärzte das Krankheitsgeschehen in dem oberfränkischen Städtchen Naila nach Installation und Inbetriebnahme von Mobilfunkstationen. Eine Folge von 42 farbigen Vortragsfolien vom 30.07.2004 mit wenig verbindenden Texten finden sich in
www.hese-project.org/de/emf/News/IncomingDocuments/20040730_nailastudie.pdf
und ein 7-seitiger Beitrag vom 14.09.2004 stand in 
www.frankenwaldmed.de/Mobilfunkstudie/Studie/umg%204_2004-Eger.pdf - Diese Domain scheint aber inzwischen (21.09.2012) aufgegeben worden zu sein. 

  Interessant ist auch die Saalbach-Studie "Hirnschäden bei Ratten durch Handystrahlung" aus dem Jahre 2003, von welcher eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch in
www.vitalation.de/pdfs/hirnschaeden_bei_ratten_durch_handystrahlung.pdf
steht. Als wesentliches Ergebnis kann gelten, daß durch eine schwache gepulste Mikrowellenstrahlung, wie sie beim Mobilfunk vorliegt, die Blut-Hirn-Schranke geöffnet wird und so Stoffe ins Gehirn gelangen können, die dort keinesfalls hingehören. 

  Die Veröffentlichung "Mobilfunk und Gesundheit" des ECOLOG-Institutes vom Februar 2005 zeigt die große Bandbreite der derzeitigen wissenschaftlichen Diskussion und ist unter www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Mobilfunk_und_Gesundheit_2000-2005.pdf
nachzulesen. 

  In dem 121 Seiten starken EMF-Handbuch "Elektromagnetische Felder: Quellen, Risiken, Schutz" aus dem Jahre 2006
www.ecolog-institut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Handbuch/00_EMF-Handbuch%20Komplett.pdf
kann man diverse Grundlagen nachlesen. Im Kapitel "Schutz" wird auch der Unterschied zwischen Sicherheitsgrenzwerten und empfohlenen Vorsorgewerten herausgestellt und für letztere werden Richtwerte angegeben. 

  Wem die hier genannten Berichte und überhaupt der ganze Stoff zu trocken ist und der sich nach etwas emotionalerem sehnt, kann dies bei der Bürgerwelle e.V. , dem Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz gegen Elektrosmog finden. Wer die etwas trockenere Art der Schweitzer lieber mag, kann bei der ASMT Abschirm- und Messtechnik GmbH, CH-9230 Flawil nachsehen - dort findet er Informationen über Elektrosmog aus der Schweiz. Etwas gewöhnungsbedürftig ist anfangs nur das Wort "Natel"; es ist der Schweizer Begriff für "Mobilfunk". 

© Dr.-Ing. Hans-Dieter Nowak - Impressum
 zurück zur Leitseite 'Elektrosmog' zur Übersicht  Rundgang durch den Elektrosmog
elobel.htm, Stand 12.10.2012