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Unsere Klimakatastrophe

Das dürfen sich auch Ihre Kinder ansehen

Ein erster Aufruf an die Presse
Einleitung: Den eigentlichen Klimawandel müssen wir alle durch unser tägliches Verhalten bremsen, aber um die akuten Übersschwemmungsgefahren zu mindern, müssen wir vor allem ganz praxisbezogen viele kleine und kleinste Wälle, Dämme und Wehre bauen, damit das Wasser länger da bleibt, wo es abgeregnet ist - das können wir sogar selbst in Schrebergärten anfangen - doch lesen Sie mehr:
  Der derzeitige Klimawandel ist ein Problem, dessen Entwicklung wir alle mit beeinflussen. Bedingt durch unsere Vielzahl (über 7 Milliarden Menschen) kann dieser Text keinen unmittelbaren Beitrag leisten. Stattdessen befasst er sich ganz konkret mit Gedanken und Ideen zur lokalen Schadensbegrenzung bei Starkregen.

  Es gibt durch die Temperaturerhöhung keinesfalls ein trockeneres Klima. Für jedes Grad Temperaturerhöhung kann die Luft 7 Prozent mehr Wasser aufnehmen (sagte ein Professor aus Potsdam) und mit dem Wind transportieren. Dieser Zusammenhang ist damit nichtlinear, so daß der Absolutwert der aufnehmbaren Wassermenge pro Kubikmeter Luft mit steigender Temperatur höher wird. Bei 4 Grad Erhöhung sind das schon 1,07x1,07x1,07x1,07=1,31 (also 31%) - bei 20 Grad Erhöhung schon 387% (also das 3,87-fache). Trotzdem wird manches auf den Feldern vertrocknen, weil der Grundwasserspiegel absinkt. Das kommt davon, daß das Wasser keine Zeit hat, in den Boden zu versickern, um den Grundwasserspiegel stabil zu halten. Es strömt stattdessen viel zu schnell auf der Oberfläche ab und ergibt HOCHWASSER mit allen Gefahren der Zerstörung.

  Aber die 7 Prozent alleine sind auch noch nicht das Problem. Stellen Sie sich vor, eine voll feuchtebeladene Luftströmung mit 40 Grad trifft auf eine kalte Strömung aus der Polar-Region mit 0 Grad. Die beiden Strömungen verwirbeln miteinander und die fertig verwirbelte Luft hat dann nur noch 20 Grad, wenn die Vermischung gleichmäßig erfolgt. Die Polarluft bringt kaum Wasser mit und kann daher bei Erwärmung etwas aufnehmen. Aber die Luft des Südwindes muß um 20 Grad abkühlen. Dann kann sie die mitgebrachte Wassermenge nicht mehr tragen und muß sie loswerden. Das gibt dann während des Mischungsvorganges einen fürchterlichen Starkregen, bei dem sie 387 Prozent (bei dieser stark vereinfachten Betrachtungsweise) der auf 20 Grad bezogenen Wassermenge als Regen abgeben muß.

  Wie diese Verwirbelung genau vonstatten geht, hängt von der Schichtung der Luft, der Temperatur des Nordwindes der Dicke des Grenzschichtbereiches und von den Vorgängen in diesem Bereich ab. Normalerweise ist die warme Luft oben; dann gilt obige Überschlagsrechnung. Wenn aber die Temparatur des Nordwindes -20 Grad beträgt, könnte die Mischtemperatur laut obiger Überschlagsrechnung 10 Grad sein, wenn nicht ein anderer physikalischer Effekt auftreten würde: Die Eisbildung. Dann bilden sich nämlich im Grenzschichtbereich Wassertropfen, die sofort gefrieren und ihren Weg nach unten als immer größer werdende Hagelkörner fortsetzen. Das hat zur Folge, daß der Nordwind aus dem Eis keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann und der Südwind seine gesamte Wasserlast loswerden muß.

  Was den Wassernachschub anbetrifft, muß man bedenken, daß die Weltmeere als Wasserlieferanten eine viel größere Fläche als die Landflächen bedecken.

  Wir müssen daher das Problem an der Wurzel anfassen und auf ALLEN unversiegelten Flächen dafür sorgen, daß das Regenwasser möglichst solange stehenbleibt, um in der erforderlichen Menge (aber auch nicht wesentlich mehr) versickern zu können. Bei einem Starkregen von 100 Litern pro Quadratmeter würde dann nicht abfließendes Wasser 10cm hoch stehen. Bei den jetzt vorgekommenen Werten von 300 Litern pro Quadratmeter wären das 30cm.

  Im landwirtschaftlichen Bereich könnten wir zum Beispiel kleine Wälle um alle genügend waagerecht liegenden Flächen bauen. Damit können Schrebergarten-Besitzer sofort beginnen. Außerdem kann man jede Dachfläche mit einem entsprechenden Wasserspeicher versehen, um das Wasser später zum Gießen zu benutzen, wie das in den meisten Gärten heute schon geschieht. Das wirkt der Bildung von schädlichen Wasserfluten entgegen und hilft, Trockenperioden zu überstehen.

  Leicht geneigte Felder könnte man in Stufen umformen, damit die Ackerkrume nicht weggeschwemmt wird. Zum Schutz der weiteren Umgebung gegen Aufweichung muß ein Zuviel an Sickerwasser dadurch begrenzt werden können, daß Wasser aus diesen Stufen gefiltert (wegen der Ackerkrume) abgelassen werden kann - sonst verändert sich die Stabilität des Baugrundes. Bereits versiegelte Flächen wie große Parkplätze könnte man durch Austausch des Belages gegen Rasensteine wieder in die Wasserversickerung mit einbeziehen.

  Um alle Aspekte dieses vielfältigen Aufgabenspektrums beachten zu können wäre die Gründung von einzelnen Planungskommissionen erforderlich, da jedes Gebiet andere spezifische Eigenheiten hat, die es zu berücksichtigen gilt. Wegen der Dynamik der Unwettervorgänge wird es erforderlich sein, schon bei der Planung geeignete Simulationsverfahren einzusetzten.

  Flache Bergkuppen können mit höheren Mauern umgeben werden, weil sie nicht so verkehrsfreundlich wie Ackerflächen zu bleiben brauchen. Dort muß aber Vorsorge getroffen werden, daß die Berghänge nicht aufgeweicht werden - entweder durch rechtzeitiges Ablassen des Wassers aus dem „Sickersee“ an der Spitze oder durch entsprechende Hang- und Waldbepflanzungen und/oder Hangstützmaßnahmen - die auch laufend zuverlässig überwacht werden; anderenfalls kann es zu Murenabgängen und Schlammlawinen kommen.

  Wenn Sie im Folgenden etwas von Talsperren lesen, dann vergessen Sie erst einmal alles, was Sie bisher ber Talsperren gehört haben; denn die bisherigen Talsperren verfolgen fast alle das genau entgegengesetzte Ziel: Sie sind eigens zum Zwecke der Bevorratung mit Wasser gebaut worden. Trotzdem müssen vorhandene Talsperren aber in das Starkregen-Gesamtkonzept mit einbezogen werden - sonst passiert der Steinbachtalsperren-Effekt: Diese Talsperre hatte kein Reservevolumen für Starkregen-Ereignisse und war nicht überlaufsicher. Es darf einfach in Zukunft nicht mehr passieren, daß in kritischen Gebieten eine Talsperre nicht in der Lage ist, ein Mehrvolumen des Zuflusses mit vorbereiteten Überläufen verkraften zu können und stattdessen in ganzer Breite die Sperrmauer zu überströmen. Dabei wurde hier der eigentlich der Mauersicherung dienende Erdwall beschädigt, dessen abgeschwemmtes Material dann den regulären Abfluß verstopfte. Solche Talsperren in Gefährdungsgebieten müssen gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen (z.B. Überlaufführungen, Mauererhöhung, Hinzunahme von Nebentälern oder Verringerung der Vorratshaltungsmenge) verändert werden.

  Wir werden es in Zukunft mit wesentlich mehr Wasser als in der Vergangenheit zu tun haben. Daher auch in kleinen Tälern kleine und kleinste Talsperren und Wehre bauen, um diesen Wasserüberschuss daran zu hindern, seine Zerstörungskraft entwickeln zu können. All diese Bauten müssen natürlich im Normalfall leer sein und dürfen für eventuelle Fischbestände auch in Richtung flußaufwärts kein Hindernis sein. Der Durchfluß talabwärts wird nur automatisch geschlossen, sobald ein Starkregen-Ereigniss eintritt. Und das aufgestaute Wasser wird vorsichtig wieder freigegeben, sobald an talabwärts gelegenen Stellen die tolerierbaren sicheren Pegelstände noch nicht erreicht oder schon wieder unterschritten sind. Dadurch werden keine Fischtreppen erforderlich.

  Für den Wasserüberschuss, der nicht von den bisherigen Flüssen zu verkraften ist, müssen wird wohl oder übel neue, sichere Abflusswege bauen, um sie ins Meer zu bringen und so dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zuzuführen. Dazu gehört genauso, daß auch "kleine" Wasserläufe neben wichtigen Verkehrswegen (Schienen, Straßen) durch sehr tief gegründete Schutzmauern abgetrennt werden müssen, um Unterspülungen entgegenzuwirken.

  Falls jemand dieses Gedankengut weltweit weiterverbreiten möchte: Das international gebräuchliche Stichwort für Ingenieure ist "artificial aquifier recharge" oder auch "water banks", wenn sie Grundwasser als "Spardose" für Wasser verwenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.-Ing. Hans-Dieter Nowak

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geoklikat.htm, Stand 14.08.2021