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Unterirdische Wasserströmungen

Das dürfen sich auch Ihre Kinder ansehen
  Unterirdische Wasserströmungen haben aber nicht nur Einfluß auf die menschliche Gesundheit - sie können durch Ausschwemmungen auch direkt gefährlich werden. In der jüngeren münchener Geschichte gibt es dazu einige Beispiele: 
Truderinger Bus 1994   Am Dienstag, den 20.September 1994 um 18:46 versank ein ganzer Omnibus der Linie 192 an der U-Bahn-Baustelle beim Truderinger Bahnhof (mit seinem Heck voran) in einem 150qm großen und 10m tiefen Krater. An dem verursachenden starken Wasser- und Kieseinbruch war mit ziemlicher Sicherheit das Wasser des Hachinger Baches beteiligt, der in der Nähe des Michaelibades versickert und nördlich von Trudering als "Hüllgraben" wieder ans Tageslicht tritt. Der Fahrer konnte gerade die Türen noch öffnen, so daß sich die meisten der etwa 40 Insassen noch retten konnten. Als Opfer waren 3 Tote und 36 zum Teil schwer verletzte zu beklagen.
  Am Montag, den 28.Februar 2000 fiel einem wachsamen Bürger früh morgens in der Ehrwaldstraße (Ecke Gilmstraße - Werdenfelsstraße) ein etwa 1,5m tiefer Krater auf. Hier war am südlichen Rand der nördlichen Tunnelröhre der unter der Straße längs verlaufenden U-Bahnlinie U5 ein Hohlraum eingesackt, der von einer starken quer fließenden Wasserströmung ausgespült worden war. Dank der Aufmerksamkeit des Bürgers konnte die Straße noch vor dem einsetzenden Berufsverkehr gesperrt werden und so waren keine Opfer zu beklagen.

  Zwei Jahre zuvor war im Verlaufe derselben U-Bahnlinie in der Ehrwaldstraße kurz vor der Haltestelle Fürstenrieder Straße ein Krater eingebrochen - das erfuhr ich bei meinen Recherchen am 28.02.2000. Auch dort konnte ich eine starke Querströmung feststellen.

  Gehen Sie mal selbst die Ehrwaldstraße in diesem Bereich entlang: Überall dort, wo sich Flickmuster von mit Teer ausgegossenen Rissen auf der Fahrbahn befinden, wird die Straße in einer Tiefe von etwa 10 bis 11 Metern von quer verlaufenden starken Wasseradern unterströmt.

  Am Freitag, den 29.August 2003 fuhr auf der Wasserburger Landstraße (Nähe Hagebaumarkt) eine Radfahrerin vermeintlich durch eine große Pfütze. Dabei handelte es sich aber um einen Wasserrohrbruch, der auf einer Fläche von etwa 6qm den aus Sand und Kies bestehenden Untergrund so aufgeweicht hatte, daß die Beläge von Bürgersteig und Radweg nicht mehr in der Lage waren, das Fahrrad mit der Frau zu tragen. Sie brach ein und sank wie in einem Moor bei jeder Bewegung tiefer. Schließlich konnte sie sich mit letzter Kraft noch retten, als sie einen Rand der noch einigermaßen festen Asphaltdecke zu fassen bekam.
  Am Dienstag, den 02.April 2009 beobachteten Spaziergänger auf einem Spielplatz im südwestlichen Zipfel des Westparks - zwischen Rutschenhügel und Biergarten - ein zunächst nur etwa einem halben Meter im Durchmesser großes Loch im Asphalt eines Fahrweges und alarmierten die Polizei. Das Loch sei laut einer Zeitungsmeldung etwa 3m tief gewesen und hätte sich durch weiteres Abbröckeln der Asphaltdecke weiter vergrößert, bis es am Abend unter Zuhilfenahme eines Baggers mit Kies aufgefüllt worden sei. Man vermutete zuerst eine Ausspülung durch strömendes Wasser im Zusammenhang mit einem undichten Rohr der Versorgung der in der Nähe befindlichen Toilettenhäuschen mit Wasser - dieser Verdacht wurde aber von offiziellen Stellen nicht bestätigt. 

  Zu denken gibt der der Google-Fundstelle dieser Meldung beigegebene "Ort des Geschehens", der dort an die Einmündung der Alfons-Goppel-Straße in die Maximilianstraße verlegt wurde. Dieser Ort liegt ca. 7km Luftlinie weiter östlich (genauer: in etwa nord-nord-östlich). Ich kann nur hoffen, daß da niemand absichtlich geschummelt hat, um entweder die richtigen Leute in falscher Sicherheit zu wiegen oder die falschen Leute in Angst und Schrecken zu versetzen. Beim Niederschreiben dieser Zeilen fällt mir auf, daß der "Spielplatzfall" nur etwa 600m nördlich der Einbruchstelle vom 28.Februar 2000 liegt. Da wird Denken doch wohl nicht verboten sein !

© Dr.-Ing. Hans-Dieter Nowak - Impressum
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geowas.htm, Stand 20.09.2012